Im Distrikt Kapiri Mposhi mitten in Sambia leben ca. 240.000, in der gleichnamigen Stadt 40.000 Einwohner.
Bis 1999 haben hunderte von Sambiern hier in einer Glasfabrik gearbeitet. Sie wurde geschlossen, weil die Produktionskosten zu hoch waren. Die Arbeiter standen plötzlich auf der Straße. Früher hat es hier auch noch Kupferminen gegeben, aber als die Kupferpreise in der ganzen Welt sanken, mussten auch viele Minen Personal einsparen bzw. ganz schließen. Und Industrie findet man in dieser ländlichen Gegend kaum, wo die Leute arbeiten könnten.
Es gibt nur einige Geschäfte, eine Tankstelle, einen Wochenmarkt und ein Motel. In der Umgebung liegen zwar viele Farmen, die vor allem Mais, Baumwolle und Hirse anbauen. Aber sie brauchen nur von März bis September Hilfskräfte, weil nur dann auf den Feldern gearbeitet wird.
Weil so viele Erwachsene arbeitslos oder an Aids gestorben sind, müssen auch ihre Kinder und die Großeltern mithelfen, Geld zu verdienen. Die Mädchen und Jungen verkaufen zum Beispiel auf der Straße Bier, Holzkohle oder andere Sachen, die sie vorher von Zwischenhändlern gekauft haben, oder Schmalzgebäck, das sie selbst gebacken haben. Andere heuern auf Farmen an. Viele Kinder sitzen am Straßenrand und zerschlagen mit einem Hammer große Steine; die Bruchstücke, die zum Häuserbauen verwendet werden, verkaufen sie.
Die meisten Familien haben weniger als 1,50 Euro am Tag zum Leben. Von März bis September, also während in der Landwirtschaft Arbeiter gebraucht werden, können sich mehr als die Hälfte der Fami-lien die in Sambia üblichen zwei Mahlzeiten am Tag leisten - von Oktober bis Februar nur jede 5. Familie.
Viele Kinder sind Waisen. Ihre Eltern sind an Aids gestorben. Die Mädchen und Jungen müssen ganz allein für sich sorgen und das Geld für Essen und Kleidung selbst verdienen.
Nur die Hälfte der schulpflichtigen Kinder geht zum Unterricht - und von ihnen erscheint nur jedes 2. Kind tatsächlich jeden Tag in der Schule. Viele Mädchen und Jungen müssen arbeiten und Geld verdienen, andere müssen sich um ihre aidskranken Eltern kümmern, für manche ist die Schule zu weit weg oder die Familie ist zu arm, um Schulmaterial zu kaufen. Auch viele Eltern und Verwandten können nicht lesen und schreiben.