Projekt 94904/AA/12
„Noch vor ein paar Jahren hörten wir hier fast jede Nacht Schüsse. Unsere einzige Hoffnung war, dass es niemanden erwischt hat, den wir kennen", erzählen Amanda und ihre Freundinnen Caroline und Joana (Namen geändert).
Die Mädchen wohnen in der großen Favela Grande Bom Jardim. „Favela" heißen die Armenviertel in Brasilien. „Noch heute fühlt sich hier niemand sicher, jeder hat Angst vor jedem, und nachts traut sich kein Mensch aus dem Haus", sagen Amanda und ihre Freundinnen.
Jedes Jahr sterben in den Favelas brasilianischer Großstädte mehr als 50.000 Menschen eines gewaltsamen Todes. Viele davon sind Jugendliche. Mädchen und Jungen schließen sich einer bewaffneten Straßenbande an - das ist ihre einzige Chance, um zu überleben. Diese Gegenden sind unvorstellbar arm: Oft gibt es kein fließendes Wasser, keine Kanalisation, keinen Strom. Der Müll stapelt sich auf den Straßen, weil er nicht abgeholt wird. Es gibt keine Polizeistationen, keine Ärzte.