„Wir befürchten, dass die Flut in Pakistan mehr Schaden anrichtet als das Erdbeben in Haiti", sagt Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Das Hilfswerk arbeitet seit 1974 mit Partner-Organisationen in Pakistan, die wissen, was bei Katastrophen zu tun ist.
6 Millionen Menschen kämpfen weiterhin ums Überleben, mehrere weitere Millionen haben alles verloren - ihr Zuhause, alle Haushaltsgegenstände, Kleider, Lebensmittel. Und ihre Äcker sind zerstört, so dass sie nichts mehr ernten könnten. Die Kindernothilfe erreicht momentan rund 20.000 Menschen mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Zelten. „Das sind bislang noch sehr kleine Inseln der Hoffnung", so Thiesbonenkamp. Mit der Erhöhung der Fluthilfe auf 200.000 Euro sollen mindestens 70.000 Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden.
„Vor allem die Kinder sind den Fluten schutzlos ausgeliefert", berichtet Waqar Haider von der Kindernothilfe-Partnerorganisation ARO. „Viele von ihnen können die Gefahren nicht einschätzen. Sie schwimmen und spielen in dem verseuchten Wasser und trinken es sogar, wenn sie kein Trinkwasser haben. Wir befürchten, dass es nach der Flut noch zu einer weiteren großen Welle von Todesopfern kommt."
