Vier Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti steht für die Kindernothilfe immer noch der Kinderschutz im Mittelpunkt. Mit zwei Kinderzentren in der Hauptstadt erreicht sie rund 800 Kinder. Ein drittes Zentrum in Carrefour sowie ein viertes an der Grenze sind geplant.
Zum Teil sind die Kinder ohne Begleitung und stark traumatisiert. Einige flüchten aus Haiti und stranden in Jimaní, gleich hinter der Grenze in der Dominikanischen Republik. Dort nimmt die Kindernothilfe die Arbeit in den kommenden Tagen auf. "Die Kinder sind sehr aufgewühlt. Wir müssen ihnen Schutz und Sicherheit bieten und mit ihnen gemeinsam das Erlebte überwinden", so Vladimir Constantin, Psychologe der Kindernothilfe in Haiti.
In den ersten Tagen hatte sich die medizinische Nothilfe sowie die Verteilung von Lebensmitteln für Tausende Menschen auf die Slums von Port-au-Prince konzentriert. Jetzt erreichen Reis, Öl, Mehl, Zucker, Wasser, Hygieneartikel und Planen auch Betroffene in den schwerer zugänglichen Bergdörfern, unter anderem in Carrefour und Coupeau.
Fast alle Projektgebäude der Kindernothilfe in Haiti sind beschädigt. Zwei chilenische Architekten für erdbebensicheres Bauen überprüfen in den nächsten Tagen die Häuser, um den Wiederaufbau vorzubereiten.