(Berlin, 22. Mai 2008) Noch immer sind weltweit 250.000 Kinder und Jugendliche Soldaten. Ihr Leben hat sich in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Weltreport Kindersoldaten 2008, den das Deutsche Bündnis Kindersoldaten in Berlin vorgestellt hat.
"Der Wille der internationalen Staatengemeinschaft, den Missbrauch von Kindern als Soldaten zu beenden, ist da, und es gibt einzelne Fortschritte", so Ralf Willinger, terre des hommes-Experte zum Thema Kindersoldaten. »Doch die bisherigen Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus. Sie erreichen die meisten betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht oder zu spät«. Besonders gravierend sei die Situation in Ländern wie Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo oder Birma.
"In Birma gibt es bei Armee und anderen bewaffneten Gruppen Zehntausende von Kindersoldaten. Damit ist Birma vermutlich das Land mit den meisten Kindersoldaten weltweit", so Sascha Decker, Pressesprecher der Kindernothilfe. „Die Gewalt, mit der die Militärregierung schon Neunjährige rekrutiert und anschließend gegen die eigenen Leute kämpfen lässt, ist unvorstellbar."
Neben der birmesischen Armee missbrauchten acht weitere reguläre Regierungsarmeen Minderjährige in Kampfeinsätzen, beispielsweise im Sudan, in Uganda und Israel. 26 Regierungsarmeen hatten Minderjährige in ihren Reihen, darunter die deutsche Bundeswehr. Nichtstaatliche bewaffnete Gruppen wie Guerilla und Milizen haben in 24 Ländern Kindersoldaten rekrutiert.
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