(Port-au-Prince/Duisburg, 18.01.10) Telefongespräch mit Alinx, Jean-Baptist, Leiter des Kindernothilfe-Büros in Haiti
Bis zur Erschöpfung hat das Ärzteteam bereits mehr als 500 Kinder und Erwachsene behandelt. Alinx Jean-Baptiste, Leiter des Kindernothilfe-Büros in Haiti, berichtete per Telefon: „Gestern, das war die Hölle! Die Ärzte haben bis 21 Uhr gearbeitet und schlimme Verletzungen behandelt. Jetzt sind alle Medikamente verbraucht."
Der Nachschub ist bereits unterwegs. Heute werden die Stiftung: „Ein Herz für Kinder" und die Fluggesellschaft Air Berlin eine Frachtmaschine in die Dominikanische Republik schicken. An Bord haben sie unter anderem Medikamente und medizinische Geräte, Wasserfilter, damit die Menschen sauberes Trinkwasser herstellen können, spezielle Nahrungsmittel für Kinder. 15 humedica-Ärzte fliegen ebenfalls mit.
Alinx bittet erneut die Menschen in Deutschland um Hilfe. „Wir brauchen Medikamente. Die Kinder brauchen sie. Die besonders! Dies ist ein Hilferuf!" Viele Kindernothilfeprojekte rund um die Hauptstadt Port-au-Prince sind zum Teil schwer beschädigt. Auch viele Paten rufen in Sorge um ihren Patenkinder bei uns an und erkundigen sich, ob wir etwas von ihnen gehört haben.
Mit jedem Tag sinkt die Hoffnung, Überlebende unter den Trümmern zu finden. Inmitten des großen Elends und der vielen Toten in der Hauptstadt werden jeden Tag Babys geboren, berichtet Alinx. „Gestern Morgen wurden hier bei uns Zwillinge geboren! Sie brauchen unbedingt sauberes Wasser, denn von verschmutztem Wasser würden sie Durchfall bekommen." Die Mütter bekommen die Kinder unter freiem Himmel - es gibt keine Schmerzmittel, kein Wasser, alles ist dreckig... Was die kommenden Tage auf Haiti bringen werden, weiß niemand genau...