Spitzname: Mercy Alter: 14
Ihre Familie: Sie hat noch zwei Geschwister; ihre Mutter ist tot, und ihre Stiefmutter hat die Kinder so schlecht behandelt, dass sie auf die Straße geflüchtet sind.
Wohnort: eine öffentliche Toilette in einem Elendsviertel von Majengo, die nicht mehr benutzt wird und in der jetzt mehr als 20 Straßenkinder leben.
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7 Uhr: Mercy steht auf
7 - 8 Uhr: Sie hilft einem Straßenhändler, Mandazis (Gebäck) zum Verkauf zu backen. Danach darf sie selbst etwas davon zum Frühstück essen. Anschließend macht sie den Abwasch.
8 - 9 Uhr: Mercy besucht ihre Freude, die an der Bushaltestelle leben. Sie kauft für 10 Shilling Klebstoff zum Schnüffeln. Die Klebstoff-Dämpfe zerstören ihre Lunge und ihr Gehirn, aber das ist ihr egal - sie benebeln sie so stark, dass sie ihr hoffnungsloses Leben einige Zeit vergessen kann. Wenn sie kein Geld hat, teilen andere Kinder mit ihr eine Flasche.
10 Uhr: Sie sammelt Plastik und Altmetall, um es zu verkaufen. Für 1 kg bekommt sie 10 Shilling. An guten Tagen kann sie bis zu 100 Shilling am Tag verdienen. Mit dem Geld kauft sie etwas zu essen, und sie bezahlt der Person, bei der sie ihre Kleidung lässt, so lange sie unterwegs ist, 10 bis 30 Shilling am Tag.
11 Uhr: Mercy wäscht gegen Bezahlung die Kleidung von anderen - für 2 Kleidungsstücke bekommt sie 10 Shilling. Während die Sachen auf der Wäscheleine trocknen, bleibt sie in der Nähe, damit sie nicht gestohlen werden.
12 Uhr: Wenn sie und ihre Schwester genug Geld haben, kaufen sie grünes Gemüse. Sie kochen in ihrem Toilettenhäuschen und kaufen von einem Kiosk um die Ecke gekochten Ugali. Mery sammelt das Feuerholz, während ihre Schwester kocht.
13 Uhr: Sie essen, spülen und stellen das Geschirr bei dem Mandazi-Händler nebenan unter.
14 Uhr: Mercy geht zu einem Laden, in dem man Videos anschauen kann (Videos aus Nigeria mag sie am liebsten). Der Eintritt kostet 10 Shilling. Manchmal kommt sie umsonst rein, wenn sie für einen der Jungen, die dort arbeiten, die Wäsche macht.
17 Uhr: Sie geht zurück zu den anderen Straßenkindern. Sie schnüffeln Leim, reden oder machen ein Nickerchen.
18 Uhr: Auf der Suche nach etwas zu essen zieht sie mit ihren Freunden durch die Stadt. Sie hoffen, dass sie vielleicht einen Betrunkenen finden, dem sie sein Geld klauen können. Wenn sie Glück haben und Geld auftreiben, kaufen sie Pommes. Haben sie kein Geld, essen sie die Reste, die Restaurants in ihre Mülleimer hinter dem Haus werfen.
19.30 - 23 Uhr: Sie geht zurück zum Video-Laden und bleibt dort, bis sie müde wird.
23 - 1 Uhr: In der öffentlichen Toilette wischt sie den Boden, breitet ein paar Kleidungsstücke dort aus, legt sich darauf und schläft.