Kenias Präsident Kibaki hat 2002 versprochen, dass alle Kinder aus armen Familien zur Schule gehen können. Er schaffte die Gebühren für die Grundschule ab - das Geld würde jetzt die Regierung an die Schulen zahlen. Die Eltern müssten dann nur noch für Schuluniform und -essen aufkommen. Aber bis heute hat die Regierung noch nicht einmal die Hälfte von dem bezahlt, was die Schulen bekommen sollten. Deshalb mussten einige Schulen Kredite aufnehmen, andere haben die Gebühren einfach wiedereingeführt.
Die Eltern waren glücklich über Präsident Kibakis Versprechen, und sie konnten viel mehr Kinder als vorher zum Unterricht schicken. Aber: Jetzt haben die Schulen gar kein Geld für neue Klassenzimmer, Tafeln, Tische, Stühle und für weitere Lehrer!
Und es kann sein, dass die Regierung ihnen das versprochene Geld auch gar nicht zahlen kann: Sie hat nämlich in diesem Jahr 40 Minister und 52 stellvertretende Minister aufgestellt - die kosten 193 Millionen Euro zusätzlich. Und die wird die Regierung z. B. von dem Geld nehmen, das für die Schulbildung im Land vorgesehen war.
Also: Die Abschaffung der Schulgebühr klingt gut, funktioniert aber gar nicht immer.
Quelle: BBC-News 31.7.2008