Wohin würdet ihr flüchten, wenn eure Stadt bombardiert würde oder wenn ihr wüsstet, dass eine Flutkatastrophe euer ganzes Dorf wegschwemmen wird?
Flucht innerhalb eines Landes oder ins Nachbarland
Doch sicher erst mal zu Verwandten oder Freunden fliehen, die in Gebieten wohnen, die noch sicher sind. Aber wenn überall im Land Krieg herrscht, fliehen viele Menschen über die Grenze. Die Nachbarländer sind oft selbst sehr arm.
Flucht nach Deutschland
In Deutschland leben viele Menschen, die sogar aus einem anderen Kontinent bis hierher geflüchtet sind, und zwar oft unter lebensgefährlichen Umständen.
Boat People - Flucht übers Mittelmeer
Habt ihr schon mal in den Nachrichten gesehen, wie auf dem Mittelmeer afrikanische Flüchtlinge von überladenen Schiffen oder kleinen Schlauchbooten gerettet wurden? Jedes Jahr versuchen tausende von Menschen, von Nordafrika aus die italienische Insel Lampeduas zu erreichen. Sie liegt 130 Kilometer von Tunesien entfernt. Tausende Flüchtlinge sind dabei schon ertrunken, weil ihre Boote zu alt, viel zu überladen oder das Wetter zu schlecht war.
Die kleine Insel Lampedusa
Von Januar bis April 2011 kamen mindestens 23.000 Flüchtlinge, so genannte "Boatpeople" nach Lampedusa. 2010 waren es noch rund 4.000 gewesen. Die Menschen aus Libyen wind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen, die Tunesier wegen der Armut und Arbeitslosigkeit in ihrem Land.
Das Auffanglager der kleinen Felsinsel, das eigentlich für maximal 800 Menschen errichtet wurde, platzt aus allen Nähten. Mitte März 2011 hielten sich 5.500 Flüchtlinge auf der Insel auf, auf der nur 4.500 Menschen leben. Die Zustände in dem Flüchtlingslager sind unzumutbar, es gibt nicht genug Betten, Toiletten und Essen.
Jeden Tag schickt die italienische Regierung Flüchtlinge wieder zurück nach Tunesien. Andere werden nach und nach aufs italienische Festland gebracht. Die italienische Regierung will jetzt dafür sorgen, dass die Flüchtlinge in andere Länder in Europa weiterreisen können. Österreich, Frankreich und Deutschland sind sauer deswegen - sie wollen jetzt ihre Kontrollen an den Grenzen verstärken, damit die Flüchtlinge nicht zu ihnen kommen.
Quelle: Rheinische Post, 12.4.2011