HIV-infizierte Eltern legen für ihre Kinder solche „Erinnerungs-Kisten" an.
Ein Karton, eine kleine Holzkiste, eine Schachtel wird für Kinder zum Schatz, der Erinnerungsstücke von ihren Eltern enthält:
Die ersten Memory Boxes gab es in Uganda
Professor Philippe Denis arbeitet an der Universität in Pietermaritzburg. Er hat diese Memory-Boxes, die erstmals 1997 von einer Selbsthilfegruppe für HIV-positive Frauen in Uganda entwickelt wurden, in Südafrika eingeführt.
„Kinder müssen wissen, woher sie kommen", ist Professor Denis überzeugt, „sonst leiden sie ein Leben lang darunter. Wir ermutigen die Erwachsenen, über ihre Wurzeln, also über ihre Herkunft, zu sprechen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die wissen, woher sie kommen, besser mit dem Tod umgehen können."
Familien-Gescichten auf Tonband
Speziell geschulte Freiwillige von der Universität besuchen die Familien und erklären ihnen Sinn und Zweck der Memory-Boxes.
Sie nehmen die Geschichten der Familiengeschichten, die ihnen die Erwachsenen erzählen, auf Tonband auf, tippen sie ab und produzieren daraus ein kleines Heft mit Fotos von der Familie, das mit der Kopie des Tonbands in die Memory Box gelegt wird.
Denn wenn die Eltern sterben, während die Kinder noch klein sind, werden diese Kinder später viele Dinge über ihre Familie gar nicht wissen, weil niemand da ist, der sie ihnen erzählen kann.
Eine Box des Lebens
Ein Kindernothilfe wählte zwei Schulen in KwaZulu-Natal aus, in denen auch Kinder sich mit den Memory Boxes beschäftigten sollten.
Die Mädchen und Jungen bemalten und beklebten die Schachteln und verwandeln sie in ein persönliches Schmuckstück. „Für sie es eine Box des Lebens, nicht des Todes. Sie verwahren darin Erinnerungen, die ihnen die Kraft geben weiterzumachen", so Professor Denis.