Im Juli und August 2010 fielen die Monsunregen außergewohnlich heftig aus. Die Folge waren katastrophale Überschwemmungen zunächst im Nordwesten Pakistans. Von dort bewegte sich die Flutwelle Richtung Süden.
Nach vier Wochen sprachen die Vereinten Nationen von 20 Millionen Menschen, die von der Flut betroffen waren. 4 Millionen Menschen waren obdachlos, 3.400 waren umgekommen.
In der Provinz Punjab vernichtete die Flut riesige Flächen Ackerland und damit Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Hülsenfrüchte, Tabak, Futtermittel. Die Baumwoll-Handelsgesellschaft Pakistan Cotton Ginners Association schätzt, dass rund 2 Millionen Ballen Baumwolle zerstört wurden.
Als das Wasser abfloss, war alles mit einer dicken Schlammschicht überzogen.
Die Kindernothilfe versorgt seitdem 140.000 Menschen. Noch immer sind viele Kinder von Mangelernährung bedroht. „Viele Mädchen und Jungen leiden an Mangelernährung und bleiben oft schutzlos in den Notunterkünften der Familien zurück, während die Eltern für einen Hungerlohn arbeiten gehen müssen", berichtet Detlef Hiller, Pakistan-Koordinator der Kindernothilfe.
Die Kindernothilfe hat deshalb mit ihren pakistanischen Partnern in den Flutgebieten 46 Kinderzentren aufgebaut. Dort finden insgesamt rund 1.900 Mädchen und Jungen Schutz, können spielen und bekommen regelmäßig etwas zu essen und werden unterrichtet.
40 weitere Kinderzentren sind in Planung. „Besonders die Kinder, die am meisten von den Folgen der Flut betroffen sind, wollen wir mit den Zentren erreichen: Straßenkinder, Waisen und arbeitende Kinder", so Hiller.
Augenzeugen berichten aus Pakistan