Völlig unberührt von wildem Hupen und quietschenden Reifen trotten unzählige Kühe mitten durch den Großstadtverkehr. Die Einheimischen nennen sie auch „speedbreaker", das heißt so viel wie „Bremser". Die Kühe haben im Straßenverkehr immer Vorfahrt und wenn jemand eine Kuh anfährt, muss er sogar mit einer Bestrafung rechnen.
Im Hinduismus hat jeder Gott und jede Göttin ein eigenes Reittier, das als heilig gilt. Der Gott Krishna wird als Kuhhirte dargestellt, und deshalb sind Kühe heilig. Für die Hindus ist die Kuh die Mutter allen Lebens und ihre Gaben haben religiöse Bedeutungen. Die Kühe sind sehr umweltfreundlich. Sie fressen nämlich den pflanzlichen Abfall, der einfach auf die Straße geschmissen wird, weil es keine Mülltonnen gibt. So kommt es, dass viele Bauern ihre Kühe frei laufen lassen, damit sie sich selbst ernähren können und gleichzeitig den Müll beseitigen.
Da Kühe für Hindus heilig sind, essen Hindus natürlich auch kein Rind- oder Kalbfleisch. Außerdem ist in den meisten indischen Bundesstaaten das Töten von Kühen gesetzlich verboten. Kühe werden übrigens auch gerne als Arbeitstiere in der Landwirtschaft eingesetzt.