Die meisten Menschen in Indien arbeiten in der Landwirtschaft. Vor allem Mädchen und Frauen schuften von morgens bis abends auf Feldern, die ihnen normalerweise noch nicht einmal gehören. Sie haben in der Regel keinen Beruf, können nicht lesen und schreiben und verdienen als einfache Hilfskräfte nur wenig Geld.
Jeden Tag verlassen viele Leute ihre Dörfer und ziehen in eine der großen Städte, weil sie hoffen, eine gut bezahlte Arbeit zu finden. Aber ungelernte Hilfskräfte werden dort nicht gebraucht. So wohnen sie auf der Straße oder in Slums und halten sich mit schlecht bezahlten Hilfsjobs oder mit Betteln über Wasser.
Von 100 Kindern zwischen 5 und 14 Jahren müssen 12 arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Dabei ist Kinderarbeit in Indien gesetzlich verboten.
In den Städten machen zwar mehr Jugendliche, darunter auch mehr Mädchen, eine Berufsausbildung als auf dem Land. Aber es sind immer noch wenige, die den Sprung in einen gut bezahlten Beruf schaffen – zum Beispiel in der Computerindustrie.
Ihr habt sicher gehört, dass in Deutschland Computerfachleute aus Indien gesucht werden, weil bei uns solche Fachleute fehlen.
In den Städten gibt es mittlerweile zahlreiche Ärztinnen, Lehrerinnen, Ingenieurinnen und Wissenschaftlerinnen. Aber immer noch wissen die meisten indischen Frauen gar nicht, dass sie laut Gesetz ein Recht auf eine Ausbildung haben.
Zahl: Vereinte Nationen 2011