In der Hauptstadt Tegucigalpa leben rund 20.000 Kinder zwischen sieben und 18 Jahren auf der Straße.
Die meisten von ihnen besuchen keine Schule, sie können weder lesen noch schreiben. Viele arbeiten auf der Straße und haben keinen Kontakt mehr zu ihren Familien. Völlig auf sich allein gestellt schweben die Kinder in der ständigen Gefahr, ausgebeutet, verprügelt und sogar umgebracht zu werden.
Jeden Tag werden ein bis zwei Straßenkinder ermordet. Und es werden jedes Jahr mehr. In keinem anderen Land Lateinamerikas ist die Gewalt gegen Straßenkinder so groß wie in Honduras. Zwischen 1998 und 2008 wurden 4.268 Kinder und Jugendlichen unter 23 Jahren getötet.
Nur ganz, ganz wenige Fälle werden von der Polizei untersucht. Immer wieder verschwinden in den Gerichten Akten, Zeugen erhalten Morddrohungen. Gehört ein Jugendlicher zu den "Maras", einer der weit verbreiteten Jugendbanden Lateinamerikas, wird seine Tötung als reine Notwehr angesehen. Der Mörder wird nicht bestraft!