Die meisten Brasilianer, die eine Arbeit haben, bieten so genannte Dienstleistungen an – das bedeutet, sie arbeiten z. B. in Hotels, Restaurants, Geschäften, Wäschereien oder als Handwerker.
Millionen Menschen sind ohne feste Arbeitsstelle. Sie haben keinen Beruf gelernt, können oft nicht lesen und schreiben und werden nur für einfache, schlecht bezahlte Jobs genommen. Sie schuften z. B. während der Erntezeit auf Kaffee- oder Orangenplantagen. Sie sammeln Altpapier, verkaufen Zeitungen oder Süßigkeiten.
Laut Gesetz darf in Brasilien niemand weniger verdienen als den sogenannten Mindestlohn: Das sind Anfang 2012 622 Reais (rund 256 Euro)*. Doch Millionen Menschen haben nicht einmal 1 Euro am Tag zum Leben. Deshalb müssen auch ihre Kinder mithelfen, Geld zu verdienen.
2010 veröffentlichte die brasilianische Zeitung The Folha de S. Paulo den Hinweis, dass laut der brasilianischen Regierung mehr als eine Million Kinder zwischen 10 und 14 Jahren** arbeiten müssen. Viele Kinder schuften acht, zehn oder mehr Stunden am Tag. Dabei ist Kinderarbeit in Brasilien verboten!
Zahlen:
*http://brasilienmagazin.net/politik-wirtschaft/16321/brasilien-neuer-gesetzlicher-mindestlohn-betraegt-622-reais/
**http://www.huffingtonpost.com/2011/12/28/brazil-child-labor-statistics_n_1172631.html