Die meisten Brasilianer, die eine Arbeit haben, bieten so genannte Dienstleistungen an - das bedeutet, sie arbeiten z. B. in Hotels, Restaurants, Geschäften, Wäschereien oder als Handwerker.
Millionen Menschen sind ohne feste Arbeitsstelle. Sie haben keinen Beruf gelernt, können oft nicht lesen und schreiben und werden nur für einfache, schlecht bezahlte Jobs genommen. Sie schuften z. B. während der Erntezeit auf Kaffee- oder Orangenplantagen. Sie sammeln Altpapier, verkaufen Zeitungen oder Süßigkeiten.
Laut Gesetz darf in Brasilien niemand weniger verdienen als den sogenannten Mindestlohn: Das sind Anfang 2013 678 Reais (rund 246 Euro)*. Doch jeder 5. Brasilianer gilt als arm**. Deshalb müssen auch Kinder mithelfen, Geld zu verdienen.
Viele Kinder schuften acht, zehn oder mehr Stunden am Tag. Dabei ist Kinderarbeit in Brasilien verboten! Das statistische Bundesamt in Brasilien veröffentlichte 2011 neue Zahlen zur Kinderarbeit: Danach ist die Zahl der Kinderarbeiter zwischen 5 + 13 Jahren in den Jahren 2009 - 2011 gesunken, und zwar um fast ein Viertel. Trotzdem müssen immer noch rund 704.000 Mädchen und Jungen in Brasilien schuften. Die meisten von ihnen sind 10 - 13 Jahre alt. In ländlichen Gegenden arbeiten die meisten Kinder, weil es dort kaum Kontrollen gibt.
Zahlen:
*http://www.brasilnews.de/brasilien-mindestlohn-auf-246-euro-monatlich-63140/
** World Factbook 2013
***http://www.quetzal-leipzig.de/nachrichten/brasilien_/brasilien-kinderarbeit-sinkt-um-23-bleibt-aber-auf-hohem-niveau-19093.html