
Die Reise der Kartoffel
Die Kartoffel kommt ursprünglich aus
Bolivien und Peru. Dort essen die Menschen sie schon seit Jahrtausenden.
In Europa waren Kartoffeln bis zum 16. Jahrhundert völlig unbekannt. Dann brachten spanischen Seefahrer sie von ihren Reisen nach Südamerika mit - zunächst auf die Kanarischen Inseln und nach Südspanien. Dort wurde sie
Patata genannt - der englische Name
potatoe erinnert noch heute daran.
In
Deutschland gaben die Leute der Kartoffel zunächst den Namen
Grübling. 1588 wird sie erstmals erwähnt. Wegen ihrer schönen Blüte und der üppigen Blätter wurde sie in botanischen Gärten als seltene Pflanze ausgestellt.
Von ihrem Geschmack waren die Leute bei uns anfangs
nicht so begeistert. Sie kamen auch mit dem Anbau nicht zurecht.
Dann brachen im 18. Jahrhundert während der „Schlesischen Kriege" schwere Hungersnöte in Deutschland aus.
König Friedrich der Große ließ in ganz Preußen kostenlos Kartoffeln verteilen und ordnete ihren Anbau an. Das war
der Durchbruch für die braune Knolle. 1890 aß ein Deutscher durchschnittlich
ein Kilo Kartoffeln am Tag. Heute sind es allerdings nur noch 200 Gramm - fast die Hälfte davon als Pommes oder Chips.