Projekt 90031/AA/50: Niñez Minera del Cerro Rico
Basilio arbeitet seit vier Jahren im Cerro Rico, dem „reichen Berg“ in Bolivien. Hier gab es einst die reichsten Silberminen der Welt. Jeden Tag zwängt sich der 14-Jährige durch die engen, ungesicherten Stollen.
„Dort unten sind es fast 40 Grad. Manchmal kann ich kaum atmen“, klagt er. Der Junge arbeitet oft Doppelschichten im Stollen - das sind 24 Stunden am Tag. Zwei Scheiben trockenes Brot und eine Flasche Wasser sind sein ganzer Proviant.
Seine Arbeit ist lebensgefährlich, immer wieder stürzen Tunnel ein. Basilio verdient am Tag zwischen drei Euro und fünf Euro – ein Hungerlohn, ohne den seine Familie jedoch nicht überleben kann.
Über 6.500 Kinder und Jugendliche müssen in der bolivianischen Bergwerkstadt Potosí unter unerträglichen Bedingungen arbeiten: Sie schleppen Lasten, beladen Loren oder meißeln die Sprenglöcher.
Eine Schule für Potosí
Um den Kindern in Potosí zu helfen, unterstützt die Kindernothilfe ein Projekt für mehr als 200 Mädchen und Jungen und ihre Familien. In einer kleinen Tagesstätte in der Nähe des Stollens bekommen die Kinder etwas Warmes zu essen. Ein Arzt kümmert sich um ihre Verletzungen.
Am Abend besuchen viele von ihnen die Schule. Doch es fällt schwer, sich nach dem harten Arbeitstag zu konzentrieren. Deshalb nehmen die Kinder am Wochenende an Förderunterricht teil.
Miguel ist dafür dankbar, denn er will später einmal auf andere Art Geld verdienen – ohne in Stollen kriechen zu müssen.
Die Eltern können Kurse besuchen und Schneider, Mechaniker oder Schreiner lernen. Wenn sie eine gute Arbeit haben und Geld verdienen, müssen ihre Kinder nicht mehr schuften.
