
Morgens war Melvin an der Uni, wo er einen Informatikkurs besucht, so dass ich Zeit hatte, das Projekt in Choluteca kennen zu lernen. 450 Kinder kommen dort in die Tagesstätte. Die Kindgarten- und Vorschulkinder begrüßten mich mit Liedern und hatten Bilder für mich gemalt. Sie sahen zum ersten Mal im Leben eine Patin, und so war ich stellvertretend für alle Paten einfach "ihre" Patin. Die Mädchen und Jungen stellten mir Fragen und wollten fotografiert werden. Als ich mich dann auch noch mit einigen Jungen auf das Fußballfeld wagte, hatte ich ihre Herzen vollends erobert.
Die Patenschaften sind notwendig, denn viele Familien haben nicht einmal das Geld, um ihren Kindern einen Bleistift für die Schule zu kaufen. Und für viele Mädchen und Jungen ist die eine Mahlzeit, die sie in der Tagesstätte erhalten, die einzige überhaupt! Die Arbeitslosigkeit, vor allem im Süden des Landes, ist sehr hoch. Ohne die Arbeit der Kindernothilfe gibt es für die Kinder praktisch keine Chance, dem Kreislauf aus Armut und Elend zu entkommen.
Nach vier sehr eindrücklichen Tagen bei Melvins Familie und im Projekt fiel mir der Abschied schwer.